Birgit Friese - Tourismusservice Kampen
10 - Apr - 2013

Reichlich Ideen

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Seit fünfzehn Jahren besteht nun die Partnerschaft der Gemeinden Lech Zürs am Arlberg und Kampen. Birgit Friese vom Tourismus-Service in Kampen erinnert im Interview an die Anfänge dieser Freundschaft.

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ZeitRaum: Frau Friese, fünfzehn Jahre ist es bereits her, dass die Gemeinden Lech Arlberg und Kampen/Sylt eine Partnerschaft eingegangen sind. Wie haben die beiden Partner eigentlich zusammengefunden?
Birgit Friese: Die Idee kam dem Kampener Hotelier und passionierten Skifahrer Dirk Erdmann bei einem seiner zahlreichen Lechbesuche. Er führt bereits in dritter Generation das Hotel Rungholt und stellte fest, dass zahlreiche seiner Stammgäste auch jährlich ihren Skiurlaub in Lech verbringen. Als er dann spontan in Lech beim Bürgermeister vorsprach, zeigte man sich erst zögerlich. Welcher Lecher konnte damals schon Norddeutschland kennen, geschweige denn Kampen. Aber ein Jahr später hat es dann gefunkt. Der damalige Lecher Tourismusdirektor hatte sich genauestens informiert und schließlich war die Gemeinde überzeugt, dass man sich näher kennenlernen sollte. In intensiven Begegnungen und Gesprächen wurde schnell klar, dass nicht nur die gemeinsamen Gäste Kampen und Lech Zürs verbinden, sondern dass auch die Menschen toll zusammenpassen.

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ZeitRaum: Hand aufs Herz – unterschiedlicher können zwei Gemeinden in Europa kaum sein, Bergpanorama und Schnee auf der einen Seite, Sandstrand und die Nordsee auf der anderen. Was verbindet die beiden Orte trotzdem?
Friese: Die Leidenschaft für die Sache, die verbindet unsere Orte ganz besonders. An beiden Standorten fühlen sich die Einwohner dem dörflichen Ursprung, der Schönheit der Natur und der traditionellen Architektur verpflichtet. Hinzu kommen jeweils mehr als einhundert Jahre Gastgebertradition und eine gelungene Mischung aus ländlicher Bodenständigkeit und dem gewissen weltoffenen Etwas. Die Gäste lieben die verführerische Mischung aus Bewegung, Gesundheit und Genuss und die individuelle und persönliche Betreuung.

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ZeitRaum: Die wechselseitigen Besuche haben bereits zu einigen legendären Events geführt, welche davon sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Friese: Legendär war sicherlich der Transport der Mohnenfluh-Gondel nach Kampen oder auch der Auftritt der Pistenraupe mit der Lecher Trachtenkapelle am Strand anlässlich unseres Sommerfestes. Abends hatten wir unsere „Whiskeymeile“ gesperrt und die Alphornbläser wurden auf einem Anhänger mit der Pistenraupe durch den Ort gefahren. Da herrschte in Kampen regelrecht Ausnahmezustand.

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ZeitRaum: In Lech ist die Partnerschaft mit Kampen nicht zu übersehen – erwähnt sei nur das mit Reet gedeckte Bushäuschen oder der Strandkorb in der Tourismus-Information, auf Terrassen oder bei Privathäusern. Wie macht Lech in Kampen auf sich aufmerksam?
Friese: Neben den eben schon erwähnten spektakulären Aktionen, die insbesondere durch das Engagement der Skilifte Lech möglich wurden, sorgt die Partnerschaftskampagne, die Lech und Kampen gemeinsam mit Air Berlin auf den Weg gebracht haben, für rege Aufmerksamkeit. Nicht nur am Sylter Flughafen, sondern auch mitten im Dorf und an unserer Aussichtplattform am Strand. Ein Sessellift, im Garten des Hotel Ahnenhof, dient als „Sonnenschaukel“ und ein Ski-Ständer wurde einfach zum Surfboard-Halter. Für die größte Aufmerksamkeit sorgen hier bei uns aber immer die  Menschen aus Lech in Tracht mit ihrem wunderbaren österreichischem Charme. Dazu wird ein Obstler ausgeschenkt und neue Bekanntschaften werden besiegelt.

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ZeitRaum: Die deutsch-österreichische Freundschaft hat sicher auch etwas mit Marketing zu tun, trotzdem scheint es sich um eine echte Freundschaft zu handeln. Täuscht dieser Eindruck?
Friese: Wenn Freundschaft so definiert wird, dass man aufeinander zählen kann, dass man sich für den anderen interessiert und dass man es trotz Hochsaison immer schafft, gemeinsam ein Glas Wein zu trinken, wenn man den Partnerort besucht, dann täuscht dieser Eindruck wahrhaftig nicht.

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ZeitRaum: Die zahlreichen Events im Rahmen der Partnerschaft haben wir schon erwähnt, auf welche Attraktionen können sich die Lecher und die Kampener in Zukunft freuen?
Friese: Am 12. April 2013 wird traditionell in der Postgarage das große Partnerschaftstreffen mit den Freunden aus Beaver Creek, Happo und den Weinviertlern vom Lecher Festwein gefeiert. Ein wunderbar familiäres Fest, bei dem das Nach-Hause-Gehen bekanntlich schwer wird. Am  Pfingstwochenende – bei uns auf Sylt absolute Hochsaison – wird das 2. Lecher Golfturnier ausgespielt. Im Juni planen wir wiederum die Gäste der Arlberg Classics mit der Sylter Auster zu verwöhnen und im Oktober würden wir gern beim Lecher Stammgästetreffen in Hamburg demonstrieren, wie  man Nordseekrabben richtig „pult“. Sie sehen also, es schlummern noch reichlich Ideen in unseren Köpfen...

Zur Partnerschaft

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Die Idee einer Partnerschaft zwischen den auf den ersten Blick doch sehr unterschiedlichen Tourismusgemeinden Lech Zürs und Kampen an der Nordsee ist vor etwa 15 Jahren entstanden. In dieser Zeit haben sich die beiden Partnergemeinden immer wieder gegenseitige Besuche abgestattet und mit teilweise spektakulären Aktionen auf ihre Verbundenheit hingewiesen. Mittlerweile sind aus dieser Partnerschaft heraus zahlreiche persönliche Freundschaften entstanden und die alljährlichen Besuche und Gegenbesuche werden auch weiterhin freudvolle Saisonhöhepunkte bleiben. www.kennen-wir-uns-nicht-aus.com

Making Of der Partnerkampagne "Kennen wir uns nicht aus?..." in Lech am Arlberg

Making Of der Partnerkampagne "Kennen wir uns nicht aus?..." in Kampen

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Gebhard Pichler

Partner, Kampen, Sylt, Lech Zürs, Freunde

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