Hightech für Lech Zürs
17 - Oct - 2013

Hightech für Lech

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Die Skilifte Lech setzen bei der Pistenpräparierung auf modernste Technologien wie computergesteuerte Schneehöhenmessung. Dadurch ist größte Schonung der Natur garantiert.

Was die touristische Nutzung der Alpenregion anbelangt...

TR DI Michael Manhart

...ist Lech am Arlberg seit Jahrzehnten Vorreiter. Was in anderen Regionen jahrelang als „sanfter Tourismus“ diskutiert wurde, ist in Lech immer schon gelebt worden. Insbesondere Michi Manhart, Vorstand der Skilifte Lech, verfolgt eine ganz eigene Linie in den Bereichen Tourismus, Skigebiet und Technik. Manhart gibt seit vielen Jahren die Richtung vor, sei es bei den Aufstiegshilfen, bei der Pistenpräparierung oder beim Thema Beschneiung. Nicht umsonst trägt Michi Manhart den Ehrentitel „Schneipapst“, denn er war es, der 1972 als Erster die Notwendigkeit des Beschneiens von Skigebieten erkannt und die ersten Schneekanonen nach Lech gebracht hat. Zu einer Zeit, in der er für seine Visionen höchstens ausgelacht worden war.

Und wie beim Thema Schneeerzeugung...

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...hat Michi Manhart auch im Bereich Pistenpräparierung einmal mehr neue Maßstäbe gesetzt und bereits im Jahr 2009 mit dem Aufbau eines Schneehöhenmesssystems für seine Skipisten begonnen. Gemeinsam mit seinen Pistenmaschinen-Chefs Hans-Peter Hußl und Roland Juen sowie der Firma PowerGIS entwickelte Manhart das Pisten-Management-System ARENA: Bereits in der vergangenen Saison hat das computerunterstützte Schneehöhenmessen in Lech seine Feuerprobe bestanden.

Der Osttiroler Hans-Peter Hußl...

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...lebt seit 1977 in Lech und ist als Einsatzleiter für die Pistenpräparierung bei den Skiliften Lech verantwortlich. Er kann dem neuen System nur Positives abgewinnen und erklärt den technischen Hintergrund: „Im Prinzip lässt sich die Schneehöhe gar nicht messen, uns gelingt das über komplizierte technische Umwege aber trotzdem. Über eine GPS-Antenne werden Satelliten-Daten an die Basisstation gesendet, dort mit den Geomessdaten der Vorarlberger Landesregierung verglichen und die Korrekturdaten werden dann an das Pistengerät zurückgesendet. So lassen sich die exakte Position und die aktuelle Höhe, in der sich das Pistengerät gerade befindet, zentimetergenau bestimmen und daraus errechnet der Computer dann die Schneehöhe.“

Insgesamt verfügen die Skilifte Lech über 15 Pistengeräte....

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....natürlich kann aus Kostengründen nicht in jedes ein Schneehöhenmessgerät installiert werden. Das sei aber auch gar nicht nötig, sagt Roland Juen, der im Winter tagtäglich die Pisten präpariert: „Wir haben das ARENA-System in ein normales Pistengerät und in eine Winden-Pistenmaschine eingebaut. Dazu kommt noch ein kleines Handgerät, das reicht. Wir haben schon letzte Saison die Vorteile des Systems gesehen, ich möchte es jedenfalls nicht mehr missen.“ Die Vorteile, wenn man in seinem Skigebiet die jeweils exakte Schneehöhe kennt, liegen auf der Hand. Dabei geht es nicht allein um wirtschaftliche Gründe, obwohl die bei einer Investition von gut 80.000 Euro natürlich auch eine Rolle spielen müssen. Schließlich müssen alljährlich für Schneeerzeugung und Pistenpräparierung an die fünf Millionen Euro aufgewendet werden und da ist es gut zu wissen, ob die Schneekanonen ideal positioniert sind, ob sie die weiße Pracht schön gleichmäßig verteilen und ob die Schneedepots ausreichend gefüllt sind. Die Erzeugung eines Kubikmeters Schnee schlägt sich mit etwa fünf Euro zu Buche, da will man nicht unbedingt zu viel davon produzieren.

Und damit wären wir auch schon bei einem weiteren positiven Aspekt der Schneehöhenmessung:

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Unnötige Schneedepots können vermieden werden, wodurch die Wiesen im Frühjahr schneller und gleichmäßig ausapern, was der Vegetation natürlich gut tut. Doch auch während des Skibetriebes sorgt die innovative Schneehöhenmessung für eine möglichst schonende Behandlung der Natur, denn es kann nicht mehr passieren, dass der Pistengerätefahrer beim Schneeverteilen die Schneehöhe falsch einschätzt und mit seiner Schaufel auf die Grasnarbe trifft. So können – neben eventuellen Flurschäden – auch hässliche braune Flecken auf der weißen Piste vermieden werden.

Zwei Pistengeräte sind mit dem ARENA-System ausgestattet...

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...und täglich flächendeckend damit im Skigebiet unterwegs. Die von den Sensoren errechneten Schneehöhen werden laufend an den Computer gesendet und der zeichnet daraus eine Karte mit den aktuellen Daten. Diese Karte wiederum bekommt jeder Pistengerätefahrer bei Dienstantritt ausgehändigt und ist so jederzeit über die zentimetergenaue Schneehöhe informiert und kann sich bei seiner Arbeit danach richten. So werden unnötige Doppelfahrten vermieden und – sollte einmal extrem viel Schnee fallen und die Wege unkenntlich machen – die Fahrer finden sich mit Hilfe des Systems im Gelände beinahe blind zurecht. Mit dem neuen System können die Skilifte Lech die Pistenpräparierung in Zukunft einfacher, umweltschonender und kostengünstiger durchführen. Einmal mehr ist damit eine Idee von Michi Manhart zu einer Win-win-Situation für alle geworden.

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